Tag 18 – Whale watching

Zu unserem letzten echten Urlaubstag in Island hatten wir entschieden, eine klassische Whale Watching Fahrt von Reykjavik aus zu unternehmen. Eine solche Fahrt dauert ca. 2-3 Stunden und man fährt auf einem mittelgroßen Schiff (vergleichbar einem größeren Fischkutter) maximal 15 nautische Meilen vor die Küste von Reykjavik. Dabei fahren meist mehrere Boote im Pulk und unterstützen sich gegenseitig über Funk bei der Sichtung von Walen. Eine Garantie, Wale zu sehen, gab es natürlich nicht. Sollten wir aber wider Erwarten keine zu sehen bekommen, so könnten wir kostenlos in den nächsten zwei Jahren einen weiteren Versuch starten. Vor der Abfahrt besuchten wir noch die Austellung Whales of Iceland, die lebensechte Walmodelle in Originalgröße zeigt und über die verschiedenen Walarten vor den Küsten Islands informiert.


Whale watching boat

Whale watching boat in Reykjavik
Whale watching boat in Reykjavik

Reykjavik Harpa

The Opera of Reykjavik
The Opera of Reykjavik

Wir waren aber noch gar nicht weit von Reykjavik entfernt als wir die ersten Wale vor unserem Boot erspähten. Wie unser kundiger Guide uns erklärte, handelte es sich dabei um Zwergwale (Englisch: Minke Whale), die der Gattung der Furchenwale angehören. Der gleichen Gattung wie z.B. Buckelwale. Wir konnten zuerst zwei dieser Wale beobachten, wie sie jeweils kurz hintereinander auftauchten, um Luft zu holen und dann wieder für einige Minuten verschwanden. Später sind wir dann auch noch einer Gruppe von drei Zwergwalen begegnet. Dies ist übrigens auch die Art Wal, die der Isländer sich gerne mal auf den Teller legt und die hier in fast jedem Supermarkt verkauft werden. Dies sogar wahlweise vorgewürzt. Soviel zur rein wissenschaftlichen Jagd auf Wale. Wer schon einmal Wal probiert hat, der weiß leider auch, warum diese noch so oft auf Tellern landen. Sie schmecken einfach viel zu gut.


Minke Whale in front of Reykjavik

A Minke Whale in front of the skyline of Reykjavik
A Minke Whale in front of the skyline of Reykjavik

Bei der weiteren Fahrt konnten wir leider keine weiteren Wale mehr aus der Nähe betrachten. Dafür boten aber die und begleitenden Seevögel und vor allem die jagenden Papageientaucher ein gutes Ausgleichsprogramm. Es ist einfach faszinierend diese Clowns der Lüfte bei ihrer Jagd auf dem offenen Meer zu beobachten. Das war sogar noch interessanter, als sie aus der Nähe an den Klippen zu sehen.


Puffin bird with fishes

A Puffin bird at sea with fishes
A Puffin bird at sea with fishes

Unsere Islandreise ist nun zu Ende und der morgige Tag steht im Zeichen der Heimreise. Damit enden auch vorerst die täglichen Beiträge hier im Blog.

Tag 17 – Reykjavik

Heute ging es zu einem Ausflug nach Reykjavik, der Hauptstadt Islands mit ca. 120.000 Einwohnern. Sie ist also vergleichbar von der Größe mit Trier oder Luxembourg und in einem Stadtbummel auch entsprechend schnell besichtigt. Wir haben im Hafen geparkt und sind dann von dort bei bestem Sommerwetter durch die Innenstadt gezogen. Erst zum Parlament, dann zur Hallgrímskirkja, einem Wahrzeichen von Reykjavik. Anschließend sind wir dann noch Souvenirs shoppend durch die Straßen gewandert und haben im Hafen entspannt einen Kaffee getrunken.


Hallgrímskirkja

Hallgrímskirkja and the monument for Leif Ericsson
Hallgrímskirkja and the monument for Leif Ericsson

Buildings in Reykjavik

Nicely painted buildings in Reykjavik
Nicely painted buildings in Reykjavik

Graffiti

Graffiti in Reykjavik
Graffiti in Reykjavik

Old harbour

Old harbour in Reykjavik
Old harbour in Reykjavik

Wenn das Wetter und die Gesundheit es Morgen zulassen, werden wir eine Bootstour zur vorgelagerten Insel unternehmen und Puffins (Papageientaucher) schauen. Erschreckenderweise gibt es hier in Reykjavik Restaurants, die mit einem Puffins und Whale Menü werben. Dort gibt es einen putzigen Puffin als Vorspeise und Wal als Hauptgang. Der zentraleuropäisch ethisch geprägte Gaumen ist hier leicht verwundert.

Zurück im Hotel gab es dann Lamm vom Grill, aber nicht das süße Lämmchen, das hier als Haustier gehalten wird und die Urlauber unterhält. Unseren ursprünglichen Plan, im Restaurant Matur og Drykur ein 8-Gänge Menü zu genießen, mussten wir leider absagen. Gesundheitlich hätten wir es heute nicht genießen können. Dann bleibt das auf der Liste für unseren nächsten Besuch in Reykjavik.

Tag 16 – Þingvellir – Kerið – Hveragerði

Heute stand die letzte Etappe unserer Islandrundfahrt an, die dann in unserem Hotel am Rand von Reykjavik enden sollte. Auf dem Weg haben wir noch die letzte Attraktion des Golden Circle besucht, den Nationalpark Þingvellir. Dort gibt es mehrere Dinge zu bewundern. Zum einen kann man dort das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten Europas und Amerikas betrachten. Auf dem Aussichtspunkt steht man an der Kante der amerikanischen Platte und kann am Ende des Tals den Beginn der europäischen Platte erkennen. Diese driften pro Jahr einige Zentimeter auseinander.

Desweitern kann man dort den Versammlungsort des ersten (Wikinger-)Parlaments Alþing besuchen mit dem Gesetzesberg Lögberg, auf dem der Gesetzessprecher seinen Platz hatte. Von diesem Platz konnte er wegen der guten Akustik am gesamten Versammlungsort verstanden werden.


Thingvellir

Thingvellir in Iceland
Thingvellir in Iceland

Der Wasserfall Öxarárfoss wurde wahrscheinlich künstlich angelegt, um den Fluss Öxará zum Versammlungsort umzuleiten und somit genügend Wasser für Menschen und Pferde zu haben.

Im Herzen von Þingvellir befindet sich auch die Sommerresidenz des Prime Minister, der hier auch ausländische Staatsgäste empfängt.

Von Þingvellir fuhren wir um den See Þingvallavatn herum, der als größter See Islands gilt, wobei er sich mit dem Stausee Þórisvatn seit einigen Jahren um den Titel streiten muss. Diese landschaftlich sehr reizvolle Fahrt endet dann für uns bei dem Vulkan Kerið, wo wir erstmalig in Island Eintritt bezahlen müssen. Der Vulkankegel mit innenliegendem See ist schnell umrundet und bietet einige interessante Ausblicke.

Auf unserer Fahrt nach Reykjavik machten wir dann noch einen Stopp in Hveragerði, um uns dort den Geothermalen Park anzusehen. Auch hier wurde wieder Eintritt verlangt, jedoch gab es rein gar nichts zu sehen. Alle Quellen im Park waren komplett ausgetrocknet. Darauf wurde am Eingang natürlich nicht hingewiesen. Unsere Vermutung ist, dass die sehr intensive Nutzung der heißen Quellen, vor allem für die umliegenden Gewächshäuser dazu geführt hat, dass der Wasserspiegel in den Quellen zu stark gesunken ist. Immerhin konnten wir im kleinen Gewächshaus des Parks eine isländische Bananenstaude bestaunen.

Unsere Rundfahrt um Island ist damit zu Ende und wir werden die letzten Tage in Reykjavik ausklingen lassen.

Tag 15 – Geysir und Wasserfall

Unser Hostel befindet sich mittem im Golden Circle, dem Ring an Attraktionen, die von Reykjavik aus in einer Tagestour massenhaft an Touristen verkauft wird. Von den eigentlichen drei Attraktionen schauten wir uns heute derer zwei an, den Geysir Strokkur und den Wasserfall Gullfoss.
Strokkur ist ein aktiver Geysir im Heißwassertal Haukadalur, der alle paar Minuten eine bis zu 30 Meter hohe Säule aus Wasser und Wasserdampf emporschießt. In seiner direkten Nachbarschaft gibt der Namensgeber aller Geysire auf der Welt, der Große Geysir. Dieser ist jedoch seit einigen Jahren nur noch selten aktiv. Die Aktivitätsphasen der verschiedenen Heißwasserquellen in Island wird oft durch Erdbeben verändert. So war der Große Geysir seit 1915 inaktiv und wurde in den 1970/80er Jahren lediglich zur die Verwendung von Seife zum Ausbruch gebracht. Seit einem erneuten Erdbeben im Jahr 2000 ist er wieder sporadisch aktiv. Wir hatten heute jedoch nicht das Glück, einen Ausbruch des Großen Geysirs zu beobachten. Dafür aber etliche des nicht weniger beeindruckenden Strokkur.


Geysir Bubble

The bubble of the Geysir just before its eruption
The bubble of the Geysir just before its eruption

Geysir Outburst

The outburst of the Geysir Strokkur
The outburst of the Geysir Strokkur

Geysir Eruption

Eruption of the Geysir Strokkur
Eruption of the Geysir Strokkur

Refilling Geysir

Water flowing back ino the Geysir Strokkur
Water flowing back ino the Geysir Strokkur

Nur eine kurze Fahrt von 10 km später erreichten wir auch schon mit dem Gullfoss die nächste Attraktion. Auch hier waren wir wie beim Geysir wieder nicht alleine und die erste Herausforderung war, einen Parkplatz zu finden. Der Gullfoss ist einer der bekanntesten und sicher auch einer der schönsten Wasserfälle Islands. Es bietet sich hier ein Blick auf den Wasserfall in zwei Ebenen. Von oben kann man das ganze Panorama bewundern und den Verlauf des Gullfoss in ein kleines Tal betrachten. Unten kann man sich dann in die Gischt und ganz nah an den Rand des Wasserfalls begeben.


Gullfoss

Gullfoss waterfall in Iceland
Gullfoss waterfall in Iceland

Gullfoss

Gullfoss waterfall in Iceland
Gullfoss waterfall in Iceland

Da der GG sich eine Erkältung zugezogen hatte und die Kräfte nach den Treppen am Gullfoss schwanden, fuhren wir zurück ins Hostel. Morgen geht es dann über die dritte Attraktion des Golden Circle, den Nationalpark Þingvellir zurück nach Reykjavik. Unsere Rundfahrt um Island neigt sich also schon dem Ende entgegen. Wir freuen uns aber noch auf drei Tage in der größten Stadt Islands.

Tag 14 – Landmannalaugar

Heute stand nur ein Punkt auf dem Programm, Landmannalaugar. Dieses landschaftlich beeindruckende Gebiet ist von einem einem virtuosen Farbenspiel geprägt, entstanden durch vulkanische Aktivitäten. Landmannalaugar ist nur über F-Straßen erreichbar, d.h. über Hochlandpisten, die nicht sonderlich gut ausgebaut sind. Wir hatten zwei Optionen, um Landmannalaugar zu erreichen. Entweder der kürzere Weg von Westen kommend oder der längere über Norden. Da der Weg über Westen einige Furten durch Flüsse verlangt, haben wir uns für die sichere Variante über Norden entschieden. Über die F208 beschränkte sich die Rüttelpartie auf ca. 20km und war somit noch erträglich.
In Landmannalaugar angekommen, hat man die Möglichkeit direkt bis zum Camp zu fahren, muss dafür jedoch zwei kleinere Furten nehmen. Um kein Risiko einzugehen und den Mietwagen nicht zu riskieren, haben wir den Parkplatz direkt vor der ersten Furt gewählt und sind die letzten 500 Meter zu Fuß gegangen.
Bei einer kleinen, aber anstrengenden, Wanderung durch das Gebiet von Landmannalaugar konnten wir die verschiedenen Farben der Berge und die schroffen Lavaformationen bewundern. Im Camp hätten wir noch ein Bad im natürlichen Hot Pot nehmen können, haben uns jedoch dagegen entschieden. Es waren recht viele Leute im Hot Pot und es herrschte ein reger Betrieb. Zudem stand noch ein Schild davor, dass es schon Fälle von Hautreaktionen gegeben hat, weil das Wasser nicht gereinigt oder aufbereitet wird. Bei den Massen an badenden Touristen und Backpackern (die eine 4-5-tägige Wanderung hinter sich haben) war das Bad dann nicht sehr verlockend.
Lassen wir aber nun die Bilder für sich selbst sprechen.


Hot springs

Two hot springs in Landmannalaugar
Two hot springs in Landmannalaugar

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Campsite at Landmannalaugar

Lots of backpackers camping at Landmannalaugar
Lots of backpackers camping at Landmannalaugar

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Landmannalaugar

Landmannalaugar in Iceland
Landmannalaugar in Iceland

Tag 13 – Vík – Keldur

Nach einer erholsamen Nacht im schönen Guesthouse Carina in Vík ging es als erstes nochmal auf Suche nach Papageientauchern. Wir konnten auch welche entdecken, aber so richtig nah kamen wir ihnen auch heute nicht. Dafür konnten wir sie bei ihren Flugmanövern beobachten. Es ist schon erschreckend wie furchtlos sich diese Hummeln unter den Vögeln von den Klippen stürzen um kurz über dem Boden wieder hochzuziehen und im Tiefflug über die Wellen auf Jagd zu gehen.
Den nächsten Stopp legten wir bei einem persönlichen Highlight ein, der abgestürzten Douglas DC-3 am schwarzen Strand. Bis vor wenigen Monaten konnte man noch mit dem Auto bis zum Wrack fahren. Jedoch hatten sich immer mehr Touristen nicht benehmen können und haben den Weg und die Felder kaputt gefahren. Deswegen hat der Landbesitzer die Zufahrt nun gesperrt und man muss die 3,8 km von der Straße zu Fuß zurücklegen. Der Weg lohnt sich jedoch, denn dieses Flugzeug ist ein einmaliger Anblick. Leider sehen das in der Hochsaison aber auch viele andere so, so dass es fast unmöglich ist, ein Foto vom Flugzeug zu schießen, auf dem niemand um, im oder auch dem Flugzeug herumturnt. Es ist sehr schade, wie wenig Respekt viele zeigen. Alleine in der Zeit, die wir dort waren, sind mindestens zwei Teile vom Flugzeug abgebrochen, weil irgendwelche Selbstdarsteller meinten, darauf herumspringen und klettern zu müssen.

Zwei weitere Stopps waren für heute noch geplant, beides mal Wasserfälle. Den ersten Stopp legten wir beim Skógafoss ein, wo sogar weniger Touristen waren als befürchtet. Auch beim zweiten Wasserfall, dem Seljalandsfoss, hatten wir enormes Glück, mit unserem Rundgang fertig gewesen zu sein, bevor 5 volle Busse ankamen. So konnten wir beide Wasserfälle und auch den dritten in der Schlucht neben Seljalandsfoss, den Gljúfrabúi, genießen.


Seljalandsfoss

Behind the Seljalandsfoss waterfall in Iceland
Behind the Seljalandsfoss waterfall in Iceland

Gljúfrabúi

Beneath the Gljúfrabúi  waterfall in Iceland
Beneath the Gljúfrabúi waterfall in Iceland

Für den morgigen Tag ist ein Ausflug nach Landmannalaugar geplant, einem weiteren Highlight unserer Reise. Aber jetzt geht es erstmal in den Hot Pot unseres Hotels zum Entspannen.

Tag 12 – Höfn – Vík

Die Fahrt führte heute Morgen als erstes wieder zur Gletscherlagune Jökulsárlón, wo wir das Glück hatten zur einsetzenden Ebbe anzukommen. Das bedeutete, dass das Wasser aus der Lagune ins nun niedrigere Meer mit sehr viel Kraft strömte. Dabei wurde der Ausgang der Lagune von einigen Eisbergen blockiert, so dass sich eine Art temporäre Stromschnelle gebildet hatte. Unmengen an Küstenseeschwalben stürzten sich in die Fluten, um kleine Fische für ihren Nachwuchs zu fangen. Über ihnen lauerten die Raubmöven, um ihnen ihren Fang direkt wieder abzujagen.

Am Strand der Lagune waren heute etliche sehr große Eisbrocken zu finden, umringt von Dutzenden Touristen.

Wir machten dann noch Halt an der kleineren Gletscherlagune Fjallsárlón, von der aus sich ein guter Blick auf den großen Gletscher bot.

Danach ging die Fahrt lange durch eine sehr öde Landschaft, geprägt von fast wüstenähnlicher flacher Landschaft, nur unterbrochen von alten Lavafeldern. Teilweise waren diese sehr hübsch flauschig von Moos bewachsen.

Einen weiteren Halt machten wir im Canyon Fjadargljufur für einen sehr kurzen Spaziergang.

An unserem Tagesziel Vík angekommen, machten wir direkt einen Ausflug an den berühmten schwarzen Strand.


Cave at Reynisfjara

Cave at the black beach Reynisfjara
Cave at the black beach Reynisfjara

In der Hoffnung noch weitere Papageientaucher aus der Nähe zu sehen, sind wir dann noch auf den vorgelagerten Felsen Dyrhólaey gefahren. Aus der Nähe konnten wir keine betrachten, aber bei ihrem Fischfang in den Wellen beobachten. Einige sind auch auf den Felsen in unserer Nähe gelandet. Morgen früh werden wir unser Glück nochmal versuchen.

Tag 11 – Fáskrúðsfjörður – Höfn

Heute ging es ganz hinunter in den Süden und unsere Umrundung von Island neigt sich langsam dem Ende zu. Es bleiben aber noch einige ereignisreiche Stopps auf der Liste für die nächsten Tage. Wir fuhren durch die Ostfjorde an der Küste entlang gen Süden. Dabei viel uns als erstes ein qualmender Strand ins Auge. Zuerst dachten wir, dass hier wieder eine der in Island nicht unüblichen Hochtemperaturgebiete wäre, aber bei genauerer Betrachtung entstand der Qualm durch einfache Verdunstung. Das Meer hat sich bei Ebbe vom schwarzen Strand zurückgezogen. Die Sonne hat diesen aufgeheizt, so dass das darin gespeicherte Wasser verdampft.

Den nächsten Stopp legten wir im Örtchen Djúpivogur ein, wo wir eine Ausstellung für moderne Kunst besuchten, uns Steineier ansahen, ein Kreuzfahrtschiff im Hafen vorfanden und uns einen Kaffee genehmigten.

Ohne nennenswerte weitere Stopps ging es dann bis an die Südküste. Da wir recht früh bei unserer heutigen Unterkunft in Höfn ankamen, entschieden wir uns noch bis zur Gletscherlagune Jökulsárlón zu fahren, um das fantastische Wetter auszunutzen. Auf dem Weg dorthin, machten wir einen Abstecher zur Gletscherzunge Hoffellsjökull, vor der sich jetzt im Sommer auch eine kleine Lagune gebildet hatte.

Weitere 50 km weiter kamen wir am Jökulsárlón an, einem bekannten Highlight in Island, wie die Massen von Touristen auch deutlich bewiesen. Wir sind nun wirklich im Hauptreisegebiet angekommen. Die ruhigen und einsamen Zeiten im Norden sind definitiv vorbei. Im Jökulsárlón, der einer riesigen Gletscherzunge entspringt, treiben etliche Eisberge verschiedener Größe. Im strahlenden Sonnenlicht glitzerten diese um die Wette.

Ein paar Meter weiter, dort wo der Jökulsárlón ins Meer mündet, findet man am Strand angespülte Eisstücke von verschiedener Größe. Diese ergeben einen tollen Kontrast zum schwarzen Strand und ergeben ein beliebtes Fotoobjekt.

Zurück in Höfn gönnten wir uns noch ein Abendessen im Restaurant. Auch hier machte sich die Hochsaison bemerkbar. So mussten wir uns auf eine Warteliste setzen lassen und bekamen erst nach 40 Minuten einen Tisch. Wir sind halt nicht alleine hier auf dieser tollen Insel im Atlantik.

Tag 10 – Raufarhöfn – Fáskrúðsfjörður

Der heutige Tag stand im Zeichen einer langen Fahrt vom hohen Norden Islands in den Osten. Doch zuvor konnten wir das für uns einmalige Ereignis der Mitternachtssonne genießen. Eigentlich unüblich für den Norden Islands, hatten wir strahlend blauen Himmel und somit freien Blick auf die Sonne. Zudem waren wir Punkt Mitternacht am Arctic Henge, der der Mitternachtssonne den passenden Rahmen gegeben hat.

Von Raufarhöfn ging es dann über die 85 und später die 1 in den Osten Islands. Ein Teil der Strecke zog sich schön an der Küste entlang und bot so manchen tollen Ausblick.

Am Rande der 1, der Ringstraße in Island, erblickten wir durch Zufall einen besonders schönen Wasserfall. Nicht, dass es davon hier nicht im Überfluss gäbe, aber dieser hier war besonders.

Da wir schneller voran gekommen sind als geplant, haben wir noch die Halbinsel umrundet, auf der Fáskrúðsfjörður liegt. Dabei haben wir ein Schiff im Hafen vor schöner fast alpenländlicher Kulisse entdeckt.

Kurz vor unserem Tagesziel bot sich uns an der Spitze der Halbinsel ein Blick auf eine vorgelagerte Insel.

Vom wenigen Schlaf und der langen Fahrt erschöpft sind wir dann im Hotel angekommen, wo wir bei bestem Wetter entweder auf dem Steg vom Hotel oder mit Blick auf diesen unser Abendessen genießen werden.

Tag 9 – Mývatn – Raufarhöfn

Die Hälfte der Reise ist schon fast vorbei. Wie die Zeit verfliegt bei den vielen Eindrücken, die man hier im tollen Island gewinnt. Jeden Tag sieht man etwas neues. Nein, jede Stunde oder Minute.
Heute führte uns die Reise von einem geologischen Ort zu einem geographischen. Wir fuhren zum nördlichsten Ort Islands, nach Raufarhöfn. Diesen Ort, der nur 3 km vom Polarkreis entfernt liegt, hat der GG sich ausgewählt, um um Mitternacht seinen 40. Geburtstag zu begehen. Weit weg von allem und allen…
Unser erstes Tagesziel war mal wieder ein Wasserfall. Dieses mal der Dettifoss, der wasserreichste und stärkste Wasserfall von allen. Trotz der Wassermassen, und vielleicht auch wegen des Regens, war der Dettifoss nicht so beeindruckend wie der Godafoss Tags zuvor.


Dettifoss

At the edge of the Dettifoss waterfall in Iceland
At the edge of the Dettifoss waterfall in Iceland

Vom Dettifoss ging es weiter über die sehr holprige Schotterpiste bis nach Ásbyrgi, einem hufeisenförmigen Canyon, der mit einem malerischen Birkenwald bewachsen ist. Der Legende nach hat hier Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir seine Hufe in die Erde gebohrt, was Ásbyrgi auch den Spitznamen “Odins Fußabdruck” einbrachte. Nach der isländischen Mythologie ist Ásbyrgi auch die Elfenhauptstadt.

Nach dem erfolglosen Versuch, an der Küste weitere Papageientaucher zu finden, ging es dann zu unserem Tagesziel, nach Raufarhöfn. Dieses kleine Städtchen, dass hauptsächlich vom Fischfang lebt, wird von einem großen unfertigen Kunstwerk geschmückt, dem Arctic Henge. Dieser an Stonehenge erinnernde Steinkreis soll dem besonderen Licht und der Landschaft hier im Norden einen Rahmen geben. Die Bögen sind so ausgerichtet, dass die Mitternachtssonne exakt durch die Bögen scheint.

Es war der besondere Wunsch des GG, den nördlichsten Punkt Islands zu besuchen, der von einem Leuchtturm markiert wird. Dieser liegt ca. 3 km entfernt von Raufarhöfn. Auf der Fahrt über die holprige Schotterpiste hatten wir noch die Gelegenheit, einige Seerobben aus der Nähe am Strand zu beobachten. Leider waren diese recht schreckhaft und haben sich schnell verzogen. Am nördlichsten Punkt der Straße angekommen wartete noch ein ca. 30-minütiger Fußmarsch über einen steinigen Weg bis zum Leuchtturm auf uns.

Den Wall hinter dem Leuchtturm erklommen, bot sich ein Blick auf das offene Meer, wo in 2 km Entfernung der Polarkreis verläuft.